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Wilhelm Schöffer 10

63571 Gelnhausen

Leseprobe

Hier finden Sie zu den Kinderbüchern entsprechende Leseproben

Leseprobe zu Fantastido

Unheimlich...

Sie saßen alle an einem Tisch. Aber nicht das ihr denkt, dass es hier nur einen gab, nein - in diesem großen Saal gab es mehrere. Mindestens zehn, dachte sich der Kleine. Er freute sich, dass er mit seinen Eltern nun endlich einmal Essen gehen durfte. Die ganze Woche hatte er sich schon darauf gefreut. Das hatten sie ihm schon lange versprochen, hatten aber nie Zeit gehabt. Heute hatten sie Zeit und darüber freute er sich. Seine Eltern waren schon oft zum Essen ausgegangen, aber in einem Schloss waren sie bisher auch noch nicht gewesen.

Überall waren im Saal Kerzen angezündet, ganz viele - man konnte sie gar nicht alle zählen. Es waren so viele, dass man auf das elektrische Licht verzichtet hatte. Das gefiel dem Jungen. Er saß mit seinen Eltern an einem runden Tisch, der schön gedeckt war und konnte von seinem Platz aus den Saal gut überblicken. Nach einer Weile kam die Bedienung, die in diesem Schloss arbeitete, zu ihnen an den Tisch und fragte freundlich nach den Getränken und nach dem Essen. Nachdem seine Eltern bestellt hatten, ging sie zum nächsten Tisch, um auch dort eine Bestellung aufzunehmen.

Der Junge beobachtete die jungen und älteren Gäste in diesem Raum und kam zum Schluss, dass sie alle nett und höflich aussahen, wie die Bedienung, die gerade bei ihnen am Tisch war. Er fühlte sich wohl und genoss es, dort zu sein und freute sich schon auf sein Essen. Ihm fiel auf, dass es außer ihm keine Kinder in diesem Raum gab. Aber dass störte ihn wenig, denn jetzt wollte er eigentlich mit niemanden spielen. Er nahm sich vor morgen all seinen Freunden zu erzählen, dass er hier in diesem Schloss war. Die würden vielleicht Augen machen! Als er diese Gedanken hatte, mußte er leise lachen, denn er stellte sich das komisch vor, wenn er das erzählen würde. Seine Eltern schauten ihn kurz an, fragten aber nicht, warum er gelacht hatte. Er wollte es auch nicht erzählen und schaute sich im Saal weiter um. Früher haben hier Könige und Ritter gelebt, dachte sich der Junge und versuchte sich vorzustellen, wie das damals hier ausgesehen hatte. Hatten sie damals auch schon so viele Tische in diesem Saal? Haben die auch hier im Saal gegessen?, überlegte sich der Junge. Ob die Bedienung das weiß? Er traute sich aber nicht zu fragen, als die Bedienung mit den Getränken zu ihnen an den Tisch kam. Ob sie vielleicht sogar in diesem Schloss wohnt? Er selbst wollte nicht hier in diesem Schloss wohnen, viel zu groß und unheimlich ist es hier, dachte er sich und überlegte, wie wohl die anderen Zimmer in diesem Schloss aussehen.

Als er sich noch einmal im Saal umschaute und auf sein Essen wartet, bemerkte er, dass sich irgend etwas verändert hatte. Irgend etwas war auf einmal anders. Nur, was? Alle Gäste aßen und tranken weiter, seine Eltern unterhielten sich, die Bedienung arbeitete und alles schien so zu sein, wie vor wenigen Minuten. Und denn noch war sich der Junge sicher, dass sich etwas verändert hatte. Er versuchte es herauszufinden. Er versuchte auf jede Kleinigkeit zu achten, die ihm vorher vielleicht entgangen war. Auf einmal wußte er was anders war: Im Saal war ein Lufthauch zu spüren, so als ob jemand vergessen hatte, die Tür oder ein Fenster zu schließen. Diesen Lufthauch spürte er. Was ihn wunderte, war eigentlich nicht der Hauch, sondern vielmehr, dass diese immer stärker wurde, es war inzwischen eigentlich kein Lufthauch mehr, sondern viel eher ein Wind, der hier durch den Saal blies. Warum macht denn niemand die Tür zu?, fragte sich der Junge verwundert. Als er zur Tür sah, mußte er aber feststellen, dass diese geschlossen war. Dadurch konnte der Wind also nicht entstanden sein, überlegte sich der Kleine und sah sich die Fenster an. Aber auch diese waren verschlossen. Merkwürdig. Wo kommt denn nun dieser Wind her? Warum unternimmt denn von den anderen Gästen niemand etwas und sorgt dafür, dass der Wind aufhört?, fragte sich der Junge. Als er die Gäste und seine Eltern mit verwunderten Blicken anschaute, musste er feststellen, dass sich niemand über diesen Wind aufregte, sie schienen den Wind noch nicht einmal zu bemerken. Spürte nur er diesen Wind, der immer kälter wurde? Sollte er etwas sagen und seine Eltern auf den Wind aufmerksam machen?

Gerade als er das dachte flackerten einige Kerzen auf den Tischen und viele gingen sogar aus. Alle hörten auf zu sprechen und jeder sah sich um. Es herrschte Stille im Saal. Nichts war zu hören. Unheimlich war das. Nach ein paar Sekunden, nach dem sich einige von dem Schrecken erholt hatten, suchten sie in ihren Taschen nach Feuerzeugen oder Streichholzschachteln um die Kerzen wieder anzuzünden. Doch in diesem Moment fegte ein neuer Windstoß über die Tische und blies auch die übrigen Kerzen aus. Nun herrschte nicht nur Stille sondern auch noch absolute Finsternis. Rabenschwarz war es. Der Junge traute sich kaum noch zu atmen. Niemand im Saal sprach. Hatten sie alle so ein komisches Gefühl wie er?, überlegte sich der Junge, der sich ebenfalls nicht traute etwas zu sagen. Nach einigen Minuten füllte sich der Saal allerdings wieder mir Geräuschen, einige suchten nach dem Feuerzeug, andere unterhielten sich flüsternd und andere riefen nach der Bedienung und baten sie wieder Licht zu machen.

Jetzt gab es wieder viel zu hören, aber sehen konnte man immer noch nichts. Niemand fand sein Feuerzeug und die Bedienung antwortete auf die Rufe der Gäste nicht. Ob ihr etwas passiert war? Die Menschen im Saal wurden langsam unruhig und rückten ihre Stühle zurück. Sie wollten am liebsten aufstehen, trauten sich aber nicht, da sie nicht wußten, wie sie laufen sollten. Auch seine Eltern wurden etwas unruhig, taten aber so, als ob sie keine Angst hätten. Sie sprachen mit dem Jungen, den sie nicht sehen konnten, und sagten ihm, dass gleich alles wieder vorüber ist. „Na, hoffentlich!“, sagte der Junge, denn auf so etwas Unheimliches konnte er gut verzichten. Er war doch hier um mit seinen Eltern einen schönen Abend zu verbringen, aber jetzt, wo alles dunkel war, fand er das ganz und gar nicht schön.

Die Stimmen der Gäste wurden etwas lauter, einige beschwerten sich, dass niemand Licht anmacht und andere fingen an zu schimpfen. Plötzlich hörte man ein lautes Krachen. Alle verstummten und schwiegen einen Moment. Doch es stellte sich schnell heraus, dass das nur ein Stuhl war, der umflog, als jemand aufgestanden war. Er entschuldigte sich und man merkte, dass alle froh waren, dass es nur ein Stuhl war. Aber trotzdem fand der Junge es sehr unheimlich und wollte am liebsten wieder zu Hause sein. Wann wird es denn endlich wieder hell?, überlegte sich der Junge. In diesem Moment rief die Bedienung, dass alle sitzen bleiben sollen, denn sonst könnte noch ein Unglück geschehen. Sie wird - so sagte sie - sich darum kümmern, dass gleich wieder Licht da sein wird.

Wieder war es mucks Mäuschen Still. Niemand traute sich etwas zu sagen. Jeder hoffte wahrscheinlich, dass die Bedienung nun im Dunkeln recht bald den Lichtschalter oder ein Feuerzeug finden würde. Doch das dauerte. Der Junge hatte fast das Gefühl, dass sie schon ewig warteten, ohne dass irgend etwas passierte. „Wie konnte denn so etwas passieren?“, rief jemand aus dem Dunkeln. Doch niemand antwortet ihm. Man konnte deutlich hören, wie jemand langsam im Saal herumlief und verschiedene Schranktüren öffnetet. War das die Bedienung? Suchte sie etwas um wieder Licht zu machen, oder war das jemand anderes? Der Junge traute sich gar nicht weiter zu überlegen, er hoffte dass es die Bedienung war und dass sie bald das Licht finden würde.

...

Gespannt, wie die Geschichte weitergeht???

 „Fantastido“ (ISBN 3-935232-03-9)   Bestellen

 

Leseprobe zu Mut-Mach-Geschichten

Ein furchtbares Gewitter

Mitten in der Nacht wachte sie auf. Stockdunkel war es in ihrem Zimmer. Sie überlegte sich, warum sie aufgewacht war und schaute sich dabei im Zimmer um. Sie konnte nichts entdecken, alles war so wie sonst auch. Doch auf einmal erstarrte sie für einen Moment. So erschrocken hatte sie sich. Ein Blitz erhellte gerade gespenstisch ihr Zimmer.

Richtig hell war es für ein paar Sekunden gewesen. Gleich darauf hörte sie ein kräftiges Donnern. Nun wusste sie auch warum sie aufgewacht war, denn das Donnern war ohrenbetäubend. Es war so laut, dass man das Gefühl hatte, dass es direkt vor einem ist. Sie zuckte zusammen. Einen solchen lauten und langen Donner hatte sie noch nie gehört.

Vorsichtig beugte sie sich aus ihrem Bett, um aus dem Fenster zu schauen. Es waren keine Sterne zu sehen, es war alles schwarz. Nur wenn Blitze vom Himmel herunterkamen, wurde es für einen kurzen Moment ganz hell. Dann konnte man die Nachbarhäuser erkennen und sehen, dass es stark regnete. Der Donner kam immer kurz darauf und machte mit seinem Lärm darauf aufmerksam, dass das Gewitter noch lange nicht vorbei war.

Ab und zu blitzte es an mehreren Stellen gleichzeitig, dies sah wie ein Kunstwerk aus und wirkte wie ein Feuerwerk. Es machte ihr Spaß, dem Gewitter zuzusehen, obwohl sie gleichzeitig auch spürte, dass ihr das Gewitter unheimlich war und dass sie ein wenig Angst bekam.

Woher kommen diese Blitze, und wieso donnert es nach ihnen so laut?, fragte sich das Mädchen. Sie fand auf diese Fragen keine Antwort. Sie wusste nur, dass Blitze sehr gefährlich sein können und dass durch sie Feuer entstehen kann. Hoffentlich, so überlegte sich das Mädchen, schlägt bei uns kein Blitz ein. Denn das könnte gefährlich sein.

Nun beobachtete sie noch viel genauer die Blitze und erschreckte sich immer mehr, wenn die Blitze auf sie zukamen. Einige, so schien es, kamen fast bis zu ihrem Fenster.

Sie klammerte sich fest an ihr Bett und war bereit, jeden Moment loszurennen, denn wenn ein Blitz einschlug, wollte sie nicht in ihrem Zimmer bleiben.

...

Gespannt, wie die Geschichte weitergeht??? (es wird bei dieser Geschichte natürlich noch darauf eingegangen, wie das Mädchen ihre Angst „besiegt“ ...)

 „Mut-Mach-Geschichten“ (ISBN: 3-935232-05-5)  Bestellen

 

Leseprobe zu: Juni dem gelben Äffchen

Juni hüpfte durch das Gehege. Da lief ihr Omba über den Weg.
Sie rief ihm hinterher „Omba da bist du ja. Ich habe dich schon überall gesucht.“
Hallo Juni, ich hatte wenig Zeit für dich in den letzten Tagen“, sagte Omba verlegen.
Juni sprudelte los „Ja, du hast mir doch versprochen, mich im Klettern und Verstecken zu unterrichten.“
Ja Juni, wie wäre es denn, wenn wir gleich damit anfangen. Hast du Zeit?“
Ja natürlich“, jubelte Juni. „Lass uns beginnen.“
Nun gut, pass auf, ich mach dir vor wie man sich am besten am Gitter hoch hangelt.“
Omba fing an, am Gitter hoch zu hangeln.
Er hangelte von einer Gitterseite zur nächsten, Juni folgte ihm und hangelte hinterher.
Du musst immer genau hingucken, wo deine Hände hinfassen. Konzentration ist das wichtigste“, sagte Omba und ließ sich auf den Boden fallen. Juni hing am Gitter und folgte Ombas Erklärungen.
Der kleine Gorillajunge, Janosch beobachtete das Treiben, vom Gitter des Gorillageheges, ganz in der Nähe.
Schon oft hatte er sehnsüchtig zu Juni rüber geblickt. Er war so traurig darüber, dass Juni jetzt bei den Schimpansen lebte. Er hätte sie so gern als Freundin gehabt und mit ihr gespielt.
Jetzt du nochmal“, rief Omba zu Juni.
Juni hangelte etwas ungelenkig das Gitter hoch. Omba stand unten und gab ihr Anweisungen. Janosch gesellte sich von der anderen Seite dazu und hangelte auch am Gitter entlang. Mehrere Gorillas wurden auf die drei aufmerksam und beobachteten sie.
Vollkommen unerwartet, schoss plötzlich eines der Gorillamännchen vor ans Gitter.
Omba sah ihn aufs Gitter zu rennen und in Junis Richtung klettern.
Er begriff sofort, was der Gorilla vor hatte. Ohne lange zu überlegen, kletterte er wie ein Verrückter dem Gorilla hinterher, griff durch das Gitter und bekam das Gorillamännchen am Fuß zu fassen.
Mit aller Kraft hielt er den Gorilla fest. Dieser wehrte sich und versuchte Omba abzuschütteln.
Als Juni die beiden kämpfen sah, klebte sie wie erstarrt am Gitter.
Omba rief ihr zu: „Juni spring runter vom Gitter! Bring dich in Sicherheit.“
Juni aber zitterte vor Angst. Sie hatte solch einen Schreck bekommen, dass ihre Arme ihr den Dienst versagten.
In dem Moment kam April mit wütendem Gebrüll durchs Gehege gerannt. Sie sprang am Gitter hoch, verpasste dem Gorilla Männchen durch das Gitter einen Tritt an den Kopf, das es taumelte, hangelte weiter zu Juni und schnappte sie sich. Dann hangelte sie mit Juni im Arm, rüber zum anderen Gitter, wo sie in Sicherheit waren.
Das Gorilla Männchen war von Aprils Tritt so schwer getroffen worden, dass es ohnmächtig wurde, das Gitter los ließ und wie ein nasser Sack zu Boden fiel.
Da Omba immer noch an dem Gorilla hing, wurde er durch die Wucht des Falls, auch mit zu Boden gerissen.
Leicht verletzt, blieb er am Boden liegen. Nach einigen Schrecksekunden brachte auch er sich in Sicherheit.

 

“Die Geschichte von Juni dem gelben Äffchen“ (ISBN: 3-935232-13-6)   Bestellen